Die 5 Stufen der Business Resilience

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Was ist der Beitrag der IT zu einer widerstandsfähigen Unternehmung? Ein paar, sicher nicht abschliessende, Überlegungen von Stefan angelehnt an die Maslowsche Bedürfnispyramide.

Connectivity als zentrales Grundbedürfnis

Was ist das zentrale Ziel der IT-Grundversorgung in einer Unternehmung? Ich meine, es lässt sich unter dem Titel „Connectivity sicherstellen“ zusammenfassen. Damit ich überhaupt arbeiten kann, benötige ich Mail, Voice, Video Conferencing, geteilte Datenablagen. Denn niemand arbeitet für sich alleine: Wir sind alle in ein soziales Umfeld von Kollegen, Lieferanten und Kunden eingebunden. Nur gemeinsam können wir unsere Ziele erreichen.

Dabei wird oft noch zu wenig beachtet, wie ineffizient sich viele Unternehmungen noch organisieren, weil sie die Möglichkeiten moderner Kommunikationsmittel nicht adäquat nutzen. Chefs lassen sich zu Sitzungen jeweils besuchen und merken nicht, dass ihre Sitzungsteilnehmer kumuliert für jede stündige Sitzung nochmals eine unproduktive Stunde Hin- und Rückweg in Kauf nehmen um von einem Firmenstandort zum anderen in der gleichen Stadt verschieben. Oder Aussendienstmitarbeiter – anstelle dort zu sein, wo ihre Kunden sich aufhalten – immer wieder zum Firmensitz zurückkehren müssen. Natürlich: eine physisch am selben Standort abgehaltene Sitzung ist irgendwie reichhaltiger und fühlt sich besser an. Oder vielleicht auch nur viel gewohnter? Wenn man regelmässig Sitzungen per Videokonferenz durchführt, erfährt mit der Zeit auch, dass diese schneller auf die relevanten Punkte kommen und die Teilnehmer beginnen, sich ihre Statements besser zu überlegen. Und jeder, der – im Gegensatz zu mir – früher einmal ein Telefon mit kryptischen Kommandos in der Art *123#456789 bedienen konnte, wird früher oder später auch die Tools im Griff haben. Aber natürlich gilt immer: Form follows Function – es gilt das richtige Gefäss für jeden Anlass zu wählen.

„Mein Arbeitsplatz ist dort, wo mein Notebook ist“

Etwas bewusster wird man bezüglich der Reiseproblematik, sobald man sich nicht mehr innerhalb der gleichen Stadt befindet. Man stellt Mitarbeitern im Aussendienst Remote-Zugänge zur Verfügung, damit sie zum Beispiel im Zug arbeiten können.

Doch die Mitarbeiter in der IT, welche diese Infrastruktur bereitstellen, müssen diese in der täglichen Arbeit meist nicht selbst nutzen. Kaum eine andere Infrastruktur wird nach meiner persönlichen Erfahrung noch öfter so vernachlässigt und normal produktives Arbeiten ist oft nicht sichergestellt. Der Aussendienstmitarbeiter erhält VPN-Software, die bei jedem kleinen Aussetzer der Mobildatenverbindung einem gleich aus der Anwendung wirft oder diese minutenlang einfriert bis sich das System endlich davon erholt. Oder der einzige installierte Browser auf der Citrix-Umgebung ist ein 10-jähriger Internet Explorer, der die Hälfte der Webanwendungen nicht richtig darstellt. Und natürlich fehlen sämtliche anderen Softwaretools, die man eigentlich brauchen würde. Gut aufgestellt ist heute, wer einen Remote-first Ansatz wählt. Wer von Zuhause, dem Kunden oder Unterwegs produktiv arbeiten kann, wird es wohl auch im eigenen Büro tun können. Umgekehrt ist dies, so lehrt die Erfahrung, deutlich weniger sichergestellt.

Wie sieht die ideale Lösung aus?

Wie üblich lässt sich keine einzelne Lösung als die Richtige für alle festlegen. Google Apps und Microsoft versorgen den breiten Markt mit super Cloud-Lösungen. Daneben gibt es viele weitere Anbieter die bestimmte Problemstellungen noch spezifischer adressieren können. Auch wir führen einige Collaboration-Lösungen im Angebot für Sitzungs- & Task Management, Enterprise Chat und Videokonferenzen. Wir fokussieren dabei besonders auf Kunden in Branchen mit besonders hohen Datenschutz oder Sicherheitsanforderungen, welche ihre Daten in der EU oder der Schweiz verarbeitet haben möchten. Lösungen gibt es sicherlich genug auf dem Markt.

Doch gerade bei der IT-Grundversorgung erscheint es mir wesentlich wichtiger, dass die „richtigen“ Anforderungen gestellt werden. Dabei müssen die heute üblichen Arbeitssituationen auch wirklich ausreichend berücksichtigt werden. Denn diese sind eigentlich jetzt schon länger nicht mehr modern, sondern einfach nur normal. Von Teilzeitarbeit, Homeoffice und geografisch verteilten Teams bis zu Outtasking von Firmenaufgaben an externe Dienstleister die praktisch wie interne Mitarbeiter in die Prozesse eingebunden werden: ja, die Welt ist vielseitiger geworden. Aber sie muss deswegen sicher nicht ineffizienter werden.

Ok, connectivity – check! Sicherheit – die nächste Stufe – folgt in Kürze.

Über den Autor

Stefan ist Managing Partner bei linkyard und berät Kunden bei der Digitalisierung ihres Geschäfts. Nebenamtlich ist er Dozent für Informationssicherheit und Projektmanagement an einer Fachhochschule.
stefan.haller@linkyard.ch | +41 78 746 51 16